Energiekosten im Unternehmen sparen – die Vogelperspektive macht den Unterschied

  • Home
  • Energiekosten im Unternehmen sparen – die Vogelperspektive macht den Unterschied

Inhalt

Die Preise für Strom und Gas kennen seit Monaten nur eine Richtung: steil nach oben. Der Druck von Kunden und Mitarbeitern, das eigene Unternehmen nachhaltiger zu betreiben und auf einen CO2-armen Energieverbrauch umzusteigen, kommt hinzu. Und zu dem Kostenargument und dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit gesellt sich nun eine, nun ja, außenpolitische Komponente, denn die hohe Abhängigkeit von Industrie und Gewerbe von russischen Energieimporten zeigte sich in den letzten Monaten in drastischer Weise. Dabei ist der gesamtgesellschaftliche Hebel nicht zu unterschätzen, an dem gewerbliche und industrielle Stromabnehmer ansetzen können: Laut Bundesumweltamt verbrauchen gewerbliche Kunden 70% des gesamten Stroms in Deutschland. Aber wie können Unternehmen ihre Energiekosten dauerhaft senken und zugleich ihren Beitrag für eine gelingende Energiewende leisten?

Welche Maßnahme steht am Anfang, um Energiekosten einzusparen?

Nun könnten wir den hundertsten Ratgebertext verfassen, der zum Einsatz von Energiesparleuchten rät, zum Austausch veralteter und ineffizienter Klimaanlagen oder zur Mitarbeitersensibilisierung. Nun ist all dies nicht falsch, doch was ist der erste Schritt, mit dem man sich auf die Reise macht? Mit welchen Maßnahmen beginnen Unternehmen, wenn sie Energiekosten sparen möchten? Dieser erste Schritt ist häufig eine hohe Hürde, denn an die gut gemeinten Ratschläge reihen sich konkrete Fragen: Welche Geräte in meinem Unternehmen verbrauchen eigentlich wie viel Strom? Wie ineffizient ist die Klimaanlage in meinem Unternehmen im Vergleich zu modernen Geräten? Zu welchen unmittelbaren Maßnahmen soll ich meinen Mitarbeitern raten, um die Energiekosten signifikant zu senken? Es ist daher offensichtlich, dass Energiekosten nur gespart werden können, wenn bekannt ist, wo sie eigentlich entstehen. Das Wissen um die verschiedenen Verbraucher im eigenen Unternehmen aufzubauen ist daher der erste sinnvolle Schritt bei Energiekosteneinsparungen. Oft ist dieses Wissen jedoch nicht oder nur „pi mal Daumen“ vorhanden, ohne dass das Unternehmen über eine belastbare Datenbasis verfügt. Die Maßnahmen, die sich an eine solche nur ungefähre Analyse des Ist-Zustands anschließen, verpassen es daher oft, das eigentliche Optimum an Einsparung zu erreichen. Ergo: Nehmen Sie die Vogelperspektive auf Ihr Unternehmen ein, beginnen Sie mit der datengestützten Analyse des Energieverbrauchs in Ihrer Organisation.

Wie helfen Energieberater und Energiemanagementsysteme, die Energiekosten zu senken?

Um eine detaillierte Analyse der heutigen Energieverbrauche im Unternehmen zu erhalten, stehen Ihnen zwei Wege offen. Sie können Energieberater beauftragen und/oder ein Energiemanagementsystem (EnMS) einführen. Die Deutsche Energieagentur empfiehlt den Einsatz von EnMS ab jährlichen Energiekosten in Höhe von 20.000 Euro. Die erste Faustregel, um mit der Einsparung von Energiekosten im Unternehmen zu beginnen, lautet also: Liegen Ihre Energiekosten per anno unter 20.000 Euro, beauftragen Sie zuerst einen Energieberater, der mit Ihnen eine Analyse des heutigen Energieverbrauchs durchführt. Liegen die jährlichen Energiekosten darüber, sollten Sie sich mit Energiemanagementsystemen befassen. In beiden Fällen verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, wo genau die größten Kosten für Energie in Ihrem Unternehmen anfallen und welche Potentiale zur Einsparung mit welchen konkreten Maßnahmen verknüpft sind. Die möglichen Einsparungen beim Kostenblock Energie sind natürlich äußerst abhängig vom individuellen Verbrauchsprofil. Erfahrungswerte zeigen jedoch, dass lokale Anpassungen des nun transparenten Verbrauchs bis zu 15 % Einsparpotential erzielen.

Was sind die Vorteile von Energiemanagementsystemen?

Energiemanagementsysteme helfen Unternehmen nicht nur dabei, eine Analyse des Ist-Zustands in punkto Energiekosten aufzustellen und Maßnahmen für Einsparungen abzuleiten, sie sind auch die Basis für komplexere Projekte im Bereich Energieeinsatz. Nehmen wir als Beispiel eine Supermarktkette, die ein EnMS eingeführt hat. Im ersten Schritt sind nun die Daten der einzelnen Verbrauchsgruppen sichtbar: Kühlung, Beleuchtung, Wärmeerzeugung. Auf dieser Basis lassen sich Investitionsentscheidungen treffen, um den Energieverbrauch und damit die Energiekosten zu senken. Doch verfügt der Supermarkt ebenfalls über eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung und eine Ladesäule für die Elektrofahrzeuge der Kunden. Damit hier ein ideales Zusammenspiel der Komponenten – Stichwort intelligentes Überschussladen – erfolgt, ist der Einsatz eines Energiemanagementsystems notwendig, etwa um die Ladevorgänge der parkenden Fahrzeuge an die verfügbare Menge des selbst produzierten Solarstroms anzupassen. Oder um von variablen Stromtarifen zu profitieren, die dabei helfen die Energiekosten zu senken, wenn flexible Verbraucher über das Energiemanagementsystem derart gesteuert werden, dass sie besonders in günstigen Stunden Strom aus dem Netz beziehen. Erfahrungswerte zeigen hier, dass die Etablierung eines ganzheitlichen und leistungsstarken Energiemanagementsystems, das kontinuier¬lich weiterentwickelt wird, weitere Einsparpotentiale von bis zu 15 % erreicht werden. Diese Einsparungen ergeben sich durch weitere Effizienzmaßnahmen wie einem dynamischen Lastmanagement, einer intelligenten Anlagensteuerung und / oder einer Energiemarktintegration.