Einzelhandel: Energiemanagement ganzheitlich umgesetzt

  • Home
  • Einzelhandel: Energiemanagement ganzheitlich umgesetzt

Inhalt

Die Stromrechnung ist bei Supermärkten nach dem Personal der zweitgrößte Kostenblock. Viel Energie wird beispielsweise für die Kühlung der Lebensmittel aufgewendet. Um die Stromkosten niedrig zu halten, bedarf es eines intelligenten Energiemanagements.

Bei der Integration eines Energiemanagements sollten Unternehmen im Einzelhandel ganzheitlich denken. Damit ist gemeint, dass Wärme, Kälte, Energieproduktion und auch E-Mobilität langfristig und nachhaltig im Energiekreislauf integriert werden. Neben Umweltbewusstsein und Einsparpotentialen hat das auch gesetzliche Gründe.

Gesetzliche Rahmenbedingungen für Gebäude

Besonders bei Neubauten oder einer Modernisierung sollte an ein intelligentes und nachhaltiges Energiemanagement gedacht werden. Aktuell sind Gebäude an ca. 120 Millionen Tonnen des CO2- Ausstoßes verantwortlich. Um die Klimaschutzziele, die für 2030 angesetzt wurden zu erreichen, müsste davon eine Senkung von über 40 Prozent erzielt werden.  Daher unterliegen beheizte und klimatisierte Gebäude bestimmten energetischen Anforderungen. Diese sind im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegt. Darin werden die Inhalte der abgelösten Energieeinsparverordnung (EnEV), des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und Energieeinsparungsgesetz (EnEG) verbunden.

Ein weiteres Gesetz, das ebenfalls relevant ist, ist das GEIG (Gebäude- Elektromobilinfrastruktur-Gesetz), das eine Vorgabe aus der EU-Gebäuderichtlinie zum Aufbau von Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität in Gebäuden vorgibt. Darin wird vorgesehen, dass bei neugebauten Wohngebäuden bzw. Nichtwohngebäuden Stellplätze für Elektroautos zur Verfügung gestellt werden müssen. Die wichtigsten Punkte in Bezug auf Supermärkte (Nichtwohngebäude) haben wir im Folgenden zusammengefasst:

 

  • Bei Neubau von Nichtwohngebäude mit > 6 Stellplätze: Ausstattung mit Schutzrohren für Elektrokabel bei jedem dritten Stellplatz
  • Bei Nichtwohngebäuden: Errichtung von mindestens einem Ladepunkt
  • Bei größerer Renovierung von Nichtwohngebäuden mit > 10 Stellplätzen: Ausstattung mit Schutzrohren für Elektrokabel bei jedem fünften Stellplatz und Errichtung von mindestens einem Ladepunkt

E-Mobilität im Einzelhandel

E-Mobilität kann ebenfalls in den Energiemanagement-Kreislauf integriert werden und ganzheitlich gemanagt werden.

Beim Laden von mehreren E-Fahrzeugen, können die Stromkosten als Anbieter leicht in die Höhe schießen. Daher ist es ratsam, die Ladestation mit einem intelligenten Energiemanagement zu regeln. Da nicht alle E-Autos gleichzeitig geladen werden müssen macht es beispielsweise Sinn mit reduzierter Leistung oder planbasiert versetzt zu laden.

Der Ausbau der E-Mobilität und Ladeinfrastruktur steht nicht nur im Interesse der Nachhaltigkeit und Kosteneinsparung, sondern bietet Unternehmen einen zusätzlichen Gewinnfaktor im Sinne der Kundenzufriedenheit.

Da die aktuelle Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum noch nicht weit genug ausgebaut ist, stehen Nutzer von Elektroautos vor der Herausforderung ihre Fahrten vorausschauend zu planen. Daher ist es besonders praktisch, wenn ein Einkaufsbummel mit dem Aufladen des E-Autos verbindet werden kann. Laut der Studie des IFH Köln „E-Mobilität – ein Erfolgsfaktor im stationären Einzelhandel?!“ bieten E-Lademöglichkeiten ein neues Umsatzpotential für viele Händler. Der Standort einer Ladestation neben einer Einkaufsmöglichkeit wird demnach nicht nur als positiver Einfluss auf die Kundenbindung gesehen, sondern auch von neuen Kunden häufiger gezielt aufgesucht.

Einsparpotentiale über alle Standorte hinweg erkennen und Sektorenkopplung ideal ausnutzen

coneva unterstützt Unternehmen dabei, Energieverbräuche zu optimieren und selbstproduzierte Energie mit anderen Sektoren wie Kühlung oder E-Ladeinfrastruktur zu vernetzen. Mit unseren digitalen Softwarelösungen machen wir Energieflüsse sichtbar und analysierbar. Dadurch wird eine nahtlose Integration ins Energie- und Lastmanagement sichergestellt, sowie verschiedene Abrechnungssystematiken (CPO-Services, Drittmengenabgrenzung) berücksichtigt.

Möglichkeiten der Umsetzung eines Energiemanagement-Systems im Einzelhandel

Ein Praxisbeispiel liefert ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Firma Danfoss. Gemeinsam wurden alle Energieströme eines Supermarkts mit der Lüftungs- und Klimatechnik, sowie der Beleuchtung verknüpft. Neben der Erhöhung des Eigenverbrauchs und der Zurverfügungstellung von Flexibilitäten für den Energiemarkt, kann der selbst produzierte Ökostrom auch für E-Autos zum Betanken angeboten werden. Über dieses Projekt in Oldenburg berichtete die Zeitschrift Energie & Management. Lesen Sie hier den Artikel