Zauberwort Flexibilität: Von der Theorie in die Praxis übersetzt

Verena Rodwell

Die Energiewende stellt das bisherige Stromsystem, mit einer wachsenden Menge an wetterabhängiger Stromerzeugung und neuen Verbrauchern wie Wärmepumpen und E-Mobilität, auf eine harte Probe. Klar ist, unser Netz braucht mehr Flexibilität, damit Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander vereinbar bleiben.

Auf der diesjährigen SmarterE in München, einer der führenden Energiemessen Europas, drehte sich bei den meisten Ausstellern alles genau darum: Hersteller von Batteriespeichern bieten speicherbasierte Vermarktungslösungen an, EPCs und Planer integrieren Flexibilität in Standortkonzepte, Stromhändler erschließen neue Flex-Märkte und digitale Dienstleister, darunter auch coneva, entwickeln Tools für die optimale Nutzung. Und dann gibt es noch dynamische Stromtarife, die ebenfalls vom Grundgedanken der Flexibilität leben.

Immer mehr Unternehmen erkennen daher, dass Flexibilität im Energiemanagement kein abstraktes Konzept mehr ist, sondern ein konkreter Hebel zur Stromkostenreduzierung. Vor allem Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur bieten enormes Potenzial – wenn sie dynamisch und automatisiert betrieben werden.

Was bedeutet Flexibilität im Stromsystem?

Flexibilität entsteht, wenn Stromverbrauch oder -einspeisung durch eine Steuerung der Anlagen zeitlich verschoben werden können, also dann erfolgen, wenn Strom verfügbar, günstig und grün ist. Das Stromnetz wird dadurch stabilisiert, der Markt entlastet – und für den Betreiber kann dies bares Geld bedeuten.

Typische Flexibilitäten sind:

  • Flexible Verbraucher, z.B. Ladesäulen, Wärmepumpen, Kühlaggregate
  • Batteriespeicher 
  • Industrielle Verbrauchsprozesse, z.B. Elektrolyseure, Schmelzöfen, Papierherstellung
  • Flexible Erzeuger, z.B. BHKW, Wasserkraft
  • Dynamische Stromtarife für Gewerbe und Industrie

Es gibt verschiedene Wege, diese Flexibilität zu monetarisieren:

  • Teilnahme am Spotmarkt (kurzfristiger Stromhandel)
  • Vermarktung als Regelenergiemärkte zur Stromnetzstabilisierung
  • Lokale Optimierung im „Behind-the-Meter“-Modell

Was macht eine Anlage flexibel?

Flexibilität entsteht, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:

  1. Physisch steuerbare Anlage
    (z. B. Batteriespeicher, Ladesäule oder Wärmepumpe)
  2. Intelligente Steuerungstechnologie
    (Energiemanagementsystem mit direkter Marktschnittstelle)
  3. Betriebliche Bereitschaft und wirtschaftlicher Anreiz
    (z. B. keine Einschränkung im Betriebsablauf, nachvollziehbarer Nutzen)

coneva Flex: Dynamischer Stromtarif + intelligentes EMS

Mit coneva Flex kombinieren wir einen spotmarktbasierten Stromtarif mit einem leistungsstarken Energiemanagementsystem (EMS). Damit ermöglichen wir Gewerbe- und Industriekunden (deutscher Mittelstand) sowie Ladeinfrastrukturbetreibern ihre Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur zu optimieren – und direkt von Marktpreisschwankungen zu profitieren.

  • Stromkosten senken durch automatische Lastverschiebung
  • Eigenverbrauch optimieren und Netzentgelte reduzieren
  • Marktpreisvorteile nutzen – ganz ohne manuellen Aufwand

Wie funktioniert das in der Praxis?

Der Strompreis an den Strombörsen schwankt täglich – mal ist er negativ, mal hoch. Die meisten Stromtarife ignorieren diese Realität. coneva Flex setzt genau hier an:

Unser Flex-Algorithmus erkennt günstige Preisfenster am Spotmarkt und steuert die Anlagen Ihrer Kunden automatisiert. Batteriespeicher laden dann, wenn Strom besonders günstig ist. Ladevorgänge werden verschoben, ohne Ihre Betriebsabläufe zu stören. Die Auswirkungen? Direkte Kosteneinsparung – oft im zweistelligen Prozentbereich.

Beispiele aus der Praxis: Flexibel oder nicht?

Batteriespeicher vor Ladesäulen
✅ Ermöglichen schnelles Laden für die Kunden – und entlasten gleichzeitig das Netz.

Betreiber will Ladeleistung reduzieren?
❌ Meist keine Option. Das Kernprodukt ist „schnelles Laden“, und daran will man nicht rütteln.

Wasserpumpen in der Wasserversorgung flexibel betreiben?
✅ Oft möglich, solange der zentrale Speicher nicht leerläuft.

Industrie stellt Schichtsystem um, um nachts Strom zu verbrauchen?
❌ Meist unrealistisch. Betriebsorganisation geht vor.

E-Busse laden langsamer über Nacht statt sofort mit Vollgas?
✅ Klar – solange sie morgens voll sind, ist die Ladezeit flexibel.

Batteriespeicher beim Gewerbekunden preisoptimiert betreiben?
✅ Häufig lohnend, wenn es keine betrieblichen Einschränkungen gibt.

Flexibilität = Anlage + Steuerbarkeit + Bereitschaft

Flexibilität entsteht nur dann, wenn diese drei Bausteine zusammenkommen:

  • Eine physisch angeschlossene Anlage
  • Technische Steuerbarkeit
  • Die Bereitschaft bzw. Möglichkeit, den Betrieb flexibel zu gestalten

Theoretisch sind die Flexibilitätspotenziale gigantisch. In der Praxis wird vieles aber durch Technik, Wirtschaftlichkeit oder Organisation begrenzt. Beispiel: Ältere PV-Anlagen sind oft gar nicht steuerbar. Oder das mögliche Zusatzeinkommen rechtfertigt keinen Eingriff in bewährte Abläufe.

Theorie vs. Praxis: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen

Trotz aller Hürden gibt es massig nutzbare Flexibilität! Die Kunst ist, sie individuell zu erkennen und wirtschaftlich sinnvoll einzusetzen.

Als Anbieter einer Energiemanagementlösung für Industrie- und Gewerbekunden, die Ladesäulen und Batteriespeicher in einem sogenannten Multi-Use-Ansatz optimiert, starten wir jedes Projekt genau damit:

  • Analyse Ihres realen Flexibilitätspotenzials
  • Abgleich mit Ihren betrieblichen Abläufen und Restriktionen
  • Berechnung Ihres wirtschaftlichen Nutzens

Dynamische Stromtarife und intelligente Steuerung machen Ihre flexiblen Verbraucher und Speicher zu wirtschaftlichen Assets.

  • Sie senken Kosten
  • Sie steigern Ihre Unabhängigkeit
  • Sie stärken das Stromnetz der Zukunft

Und das Beste: Sie müssen nichts manuell tun – wir automatisieren das für Sie.

Am Ende definieren unsere Kunden selbst, was für sie wirklich flexibel ist. Denn Flexibilität ist keine abstrakte Größe – sondern immer ein individueller Kompromiss zwischen Technik, Wirtschaft und Organisation.

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